erzählmirwasmit

Dienstag, 27. Februar 2007

Farbtopf Sonnenblume Erdbeere

"und was is das für ein krempel?" fragte lars, der gerade den gartenweg hinauf ging, den ihm entgegenkommenden emil.
"sondermüll allerfeinster sorte!" antwortete emil, der mit einer alten obststeige voll seltsam verklebten lackdosen, halbzerfressenen lösungsmittelflaschen und anderen mysteriösen gebinden den gartenweg hinunterging, und lachte. "ich stell das mal neben die tonne. ein großer farbtopf steht noch oben, bring den auch gleich runter, ja? und wenn du den sven findest, tritt ihn mal in den arsch, der soll uns gefälligst helfen!"
"okidoki, bruderherz" kicherte lars, der ein fröhlicher mensch war, der oft kicherte, auch wenn gerade niemand sonst etwas lustig fand. "hihihii!" machte er, wie ein kleines mädchen, oder wie ein sehr glückliches großes mädchen, und hüpfte den hang hinauf zur alten gartenhütte.
lars, emil und sven, die drei brüder mit den drei nordischen vornamen, räumten die alte gartenhütte aus. das hatte sich mutter so gewünscht, und was tut man nicht alles für die eigene mutter, wenn man ein guter sohn ist. "jungs!", hatte sie gesagt, obwohl die jungs alle drei erwachsene männer waren, "jungs, während ich auf mallorca bin, könntet ihr doch eigentlich mal die gartenhütte aufräumen! da könnt ihr das ganz in ruhe machen, und ich stör euch nicht, und was noch viel wichtiger ist: ihr stört mich nicht mit der räumerei, und wenn ich aus dem urlaub heimkomm, ist die gartenhütte schön aufgeräumt, der ganze alte dreck ist weg und ich hab endlich platz um mir die holzbastelwerkstatt einzurichten, von der ich schon so lange träume." und weil die drei jungs nicht nur erwachsene, sondern auch nette, vernünftige männer und gute, liebevolle söhne waren, hatten sie sich fragen wie "mutter, wie kommen wir dazu?!" oder "aber wir wohnen schon seit jahren nichtmehr in dem haus mit dem garten mit der gartenhütte, wieso sollen wir dann..?" oder "und woher sollen wir wissen, was wir wegschmeissen sollen und was du noch brauchst?" einfach gespart, und stattdessen nur gesagt: "geht in ordnung, aber nur, wenn du uns dann, wenn du wieder da bist, deinen wunderbaren apfelstrudel machst!"
und so kam es, dass die drei brüder mit den drei nordischen vornamen diesen sonnigen tag im august im garten ihres früheren elternhauses verbrachten. sie wirbelten große mengen staub auf und trugen kistenweise alten krempel aus der gartenhütte am oberen ende des an einem hang liegenden gartens, hinunter zur mülltonne neben dem gartentor am unteren ende des gartens.
"hahahahahaa! aaahahahaa!" schallte lars' lachen emil entgegen, als er wieder in richtung hütte ging. er lief los, wenn lars so lachte, hatte er mit sicherheit etwas sehr unterhaltsames gefunden, und das wollte sich emil auf keinen fall entgehen lassen.
"wasdennwasdennwasdenn...?" rief emil, als er in die hütte stürmte, wo er seinen bruder am boden neben einer schachtel kniend vorfand.
"ich hab die latzhose gefunden!" kicherte lars, der sich nur langsam von seinem lachanfall erholte, "die latzhose, emil!" und da lag sie, ganz obenauf in der schachtel, die mit allerlei altem kindergewand gefüllt war, eine kinderlatzhose aus blauem jeansstoff.
"oh mann!", sagte emil, "die latzhose. mit der sonnenblume..." denn auf das rechte knie der hose war eine große mein-kind-hat-die-knie-seiner-hose-durchgewetzt- sonnenblume aufgenäht.
lars kicherte immernoch. "was hab ich die hose geliebt! und was hat der sven die gehasst!"
emil kicherte mit. "stimmt. ich hab sie auch geliebt, obwohl ich sie von dir geerbt hab. die war toll zum draussen spielen im wald und so... mit den vielen taschen für taschenmesser und schnur und sowas. bis die mama die sonnenblume draufgemacht hat... blumenhose! aber dann wurde sie eh bald an den sven weitergegeben, die blumenhose! hihihiii!"
"apropos sven!" lars hatte sich wieder beruhigt, und kicherte nurnoch lautlos in sich hinein, was man nur am zucken seiner mundwinkel und seiner nasenspitze erkennen konnte. "wo steckt der wirklich?"
sven saß mit geschlossenen augen in einem liegestuhl auf der terrasse hinterm haus. durch die sträucher, die die terrasse gegen den garten abschirmten, hörte er seine brüder lachen. "mal sehn wie lang sie brauchen, bis sie mich hier finden!" sagte er leise zu sich selbst und pfückte sich noch eine erdbeere aus dem blumenkistel, das gleich neben ihm auf dem fensterbrett stand. die sonne schien ihm warm ins gesicht und auf den bauch und machte ihn schläfrig. "eigentlich könnte ich doch wieder mit rauchen anfangen..." murmelte er, währen er langsam wegdöste, "und trompete spielen, das wär doch mal was..."

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hihi, die wurst bei 24...
hihi, die wurst bei 24 schaut beim ralf aus wie "herr...
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